BARF Rechner, BARF Plan und BARF Seminare von Buchautorin Nadine Wolf

Mythen rumdum BARF

Kategorie_BARF-Mythen
Es existieren eine ganze Reihe von Mythen und Vorurteilen in Bezug auf das Thema BARF. Hauptsächlich entstehen diese vermutlich, weil es Menschen gibt, die behaupten, ihre Tiere zu barfen, die aber eigentlich eine konzeptlose Rohfütterung betreiben und dann unweigerlich eine Fehlernährung provozieren. Diese Fälle (z. B. reine Fleischfütterung, ohne Knochen, ohne Innereien, ohne Fett) landen letztendlich auf den Behandlungstischen der Tierärzte. Außerdem gibt es durchaus auch Tendenzen zur Panikmache, die Tierhalter davon abhalten sollen, sich für BARF zu entscheiden. Welche Mythen und Vorurteile gibt es und treffen sie zu?

BARF liefert zu viel Eiweiß

Das ist ein Vorurteil, was sicherlich bei konzeptloser Rohfütterung auftreten kann, nicht aber bei BARF. Orientiert man sich am Beutetier, so füttert man automatisch auch ausreichend Fett, um eben nicht Unmengen an Fleisch verfüttern zu müssen. Das senkt natürlich den Eiweißanteil in der Nahrung. Im Blog gibt es dazu auch ein ausführliches Rechenbeispiel → Artikel

BARF ist zu teuer

Ein weiteres Vorurteil, was vermutlich auf der Fehleinschätzung der tatsächlich verwendeten Fleischmengen bei BARF beruht. Da es bei BARF gar nicht notwendig ist, große Mengen an teurem Muskelfleisch zu füttern, halten sich die Kosten auch in Grenzen. Natürlich ist es viel billiger, einen Hund mit einem Supermarktfutter zu ernähren. Dabei vergleicht man allerdings Äpfel mit Birnen. Wer Qualitätseinbußen nicht scheut, kann auch eine Rohfütterung mit einem Getreideanteil von 50 % gestalten und jede Menge Geld sparen. In Wirklichkeit ist es tatsächlich so, dass BARF oftmals sogar preiswerter ist, als die als hochwertig geltenden marktüblichen Fertigfutter. Dazu gibt es ebenfalls ein ausführliches Rechenbeispiel im Blog → Artikel

BARF ist zu kompliziert

Hund mit TaschenrechnerDass BARF für einen normalen Tierhalter viel zu komplex sei und es eigentlich nicht möglich sein soll, einen Hund gesund zu ernähren, ohne ein veterinärmedizinisches Studium absolviert zu haben, ist ein Vorurteil, das sich sehr hartnäckig hält. Es stimmt, man kann Fehler machen, wenn man Futterrationen selbst gestaltet. Man kann aber auch Fehler beim Kauf von Fertigfutter machen. BARF ist aber alles Andere als kompliziert. Man muss keine Nährwerte berechnen und mit einer Feinwaage Mineralstoffpulver abwiegen! Man hält sich bezüglich der Aufteilung der Futterkomponenten an den Aufbau eines potenziellen Beutetieres, ergänzt noch etwas Gemüse / Obst sowie ein paar sinnvolle Zusätze und das war´s! Man kann eine Ration z. B. sehr leicht mit einem BARF-Rechner ermitteln und damit sicher gehen, in der Gestaltung des Futterplans keine Fehler zu machen. Wer dann immer noch unsicher ist, kann einfach eine BARF-Futterplanberatung in Anspruch nehmen. Sicherlich ist es einfacher, einen Futtersack zu öffnen und den Napf mit einem Messebecher zu befüllen, aber BARF ist mit Sicherheit nicht zu schwierig für Laien und jeder Tierhalter kann sich schnell die Grundregeln des BARF-Konzeptes aneignen.

BARF ist nicht bedarfsdeckend

Das ist ein Vorurteil, was gern von Kritikern in ihrer Argumentation gegen BARF eingesetzt wird. Auch hier muss man wieder beachten, dass diese oft nicht zwischen BARF und konzeptloser Rohfütterung unterscheiden. Ja, eine Rohfütterungsration kann durchaus nicht bedarfsdeckend sein, aber BARF ist nicht einfach Rohfütterung, BARF folgt einem Konzept. Das hat zur Folge, dass BARF sehr wohl ausgewogen ist. Es gibt sogar Studien, die beweisen sollen, dass BARF nicht bedarfsdeckend sei. Aber keine der Studien hat jemals BARF untersucht. Es wurden Rationen untersucht, die sich z. B. folgendermaßen zusammensetzten: 20 % Fleisch & 80 % Reis. Das ist aber nicht BARF, das ist schlichtweg dämlich. Auch wird bei den Studien stets vernachlässigt, dass für gebarfte Hunde andere Bedarfswerte anzusetzen sind. Das Credo der meisten Kritiker lautet meist, dass man immer Futterzusätze benötigt, um das Tier bedarfsgerecht zu ernähren. Das ist aber schon rein rechnerisch nicht korrekt. Dazu gibt es im Blog ausführliche Beiträge → Artikel zur Notwendigkeit von Zusätzen, Artikel zu BARF-Studien & Artikel zu Bedarfswerten

Rohes Fleisch ist gefährlich für Halter und Tier

Das ist der Mythos, der wohl wissenschaftlich am besten belegt scheint. Es gibt etliche Studien, die belegen: Rohes Fleisch enthält mehr Krankheitserreger als gekochtes Fleisch. Was für eine Überraschung! Das Vorurteil, dass diese Pathogene automatisch erstens dem Hund und zweitens vor allem dem Besitzer oder anderen Menschen im Umfeld des Tieres (Stichwort: Zoonose) schaden, hält sich hartnäckig. Ja, es ist wahr: Rohes Fleisch ist nicht steril. Aber das heißt im Umkehrschluss nicht, dass gebarfte Hunde ständig an Salmonelosen & Co. erkranken und schon gar nicht, dass sie ihre Besitzer damit anstecken.

Betrachtet man z. B. das Salmonellen-Thema, so stellt man fest, dass es nicht einen einzigen dokumentierten Fall gibt, in dem ein Hund einen Menschen mit Salmonellen infiziert hat und dass, obwohl Hunde recht häufig Salmonellen ausscheiden – auch die, die mit Fertigfutter ernährt werden. Laut Robert-Koch-Institut erfolgt die Ansteckung meist durch die Hände des Tierhalters, weil dieser kontaminierte Futtermittel berührt und sich dann über die eigenen Hände angesteckt hat. Die Tiere selbst erkranken auch sehr selten. Zudem kommen Salmonelosen nicht besonders häufig vor. In 2013 erkrankten in Deutschland 18.986 Menschen daran. Im gleichen Zeitraum gab es 291.105 Verkehrsunfälle mit Personenschaden, darunter 64.057 Schwerverletzte. Man sollte also aus Risikogesichtspunkten lieber von der Straße fernbleiben als aufgrund der Angst vor Krankheitserregern im Fleisch auf BARF zu verzichten… Dann doch lieber gründlich die Hände waschen, nachdem man mit rohem Fleisch, getrockneten Kauartikeln oder dem Kot des Hundes in Berührung gekommen ist.

Jede Erkrankung ist auf BARF zurückzuführen

BARF ist an allem SchuldDas ist ein Vorurteil, mit dem man leider bei sehr vielen Tierarzt-Besuchen konfrontiert wird. Ist der Mediziner darüber informiert, dass das Tier gebarft wird, dann ist stets die Fütterungsart die Ursache für die Erkrankung – egal um welche Erkrankung es sich handelt. Die Veterinäre bemühen sich leider oft nicht, die wahren Auslöser zu ergründen. Sicherlich, wenn der Hund einen Knochen im Hals stecken hat, dann liegt es sehr wahrscheinlich an der Rohfütterung. Aber bei anderen Erkrankungen ist das nicht zwingend der Fall. Ein Welpe bekommt drei Stunden nach der SHP-Impfung Durchfall: BARF ist Schuld! Eine 14-jährige Katze entwickelt eine Niereninsuffizienz: BARF ist Schuld! Leider ist es umgekehrt aber nicht der Fall. Wenn das Tier ausgesprochen gesund wirkt, dann kann das nicht an BARF liegen. Und wenn das Tier Verdauungsprobleme hat, dann kann es nie an Fertigfutter liegen. Tun Sie sich und Ihrem Tier einen Gefallen und erwähnen Sie BARF am besten gar nicht erst, wenn Sie zum Tierarzt gehen. Sagen Sie einfach, sie würden Dosenfutter xy füttern…

Rohes Fleisch mache Hunde aggressiv

Bei diesem Vorurteil sind wir nun tatsächlich im Reich der Ammenmärchen angelangt. Angeblich macht rohes Fleisch Hunde aggressiv. Sie würden dann “auf den Geschmack” kommen, häufiger jagen und natürlich auch Menschen angreifen. Für diesen Mythos gibt es keinerlei Belege. Ganz im Gegenteil: Man hat festgestellt, dass eine optimale Aminosäurenzusammensetzung des Futters wie sie bei BARF viel wahrscheinlicher ist als bei Fertigfutter, Hunde eher weniger aggressiv, sondern ausgeglichener macht. Dazu gibt es auch einen Beitrag im Blog → Artikel

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Sie bekommen keinen Futterplan von der Stange und auch keine praxisfernen Umsetzungsvorschläge. Jede Rationsgestaltung erfolgt individuell nach ihren Bedürfnissen. ×
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